Innerdeutsche Grenzwanderung

In den nächsten Jahren wollen wir uns mit unserer Einrichtung auf eine Reise und Spurensuche entlang des lebendigen Denkmals jüngerer deutscher Zeitgeschichte begeben und unseren Blick durch die Zeit vom Kalten Krieg bis zur Wiedervereinigung schweifen lassen.

Etappe 1: Vom Dreiländereck bis Tettau
Zeitraum:
21.10.2017 – 28.10.2017
Strecke:  pro Tag ca. 13 – 23 km Fußweg / Gesamt: 91 km
Teilnehmer: bis zu 40 Mädchen u. Jungen ab 10 Jahre

 

Eine Grenze…
…viele geschichtsträchtige Erfahrungen

Die innerdeutsche Grenze trennte bis 1989 die Deutsche Demokratische Republik von der Bundesrepublik Deutschland.                                          Mit einer Gesamtlänge von fast 1400 Kilometern zog sie sich einst beginnend am Dreiländereck und endend an der Lübecker Bucht von Süden nach Norden durch die heutige Bundesrepublik. Ursprünglich von den Siegermächten des Zweiten Weltkrieges festgelegt, sollte der Grenzverlauf auch in den folgenden Jahrzehnten fortbestehen.

Die Grenze wurde im Lauf der Jahre seitens der DDR immer weiter verstärkt und war stellenweise bis zu 5 Kilometer breit sowie als Sperrgebiet ausgewiesen. An die breite vorgelagerte Sperrzone grenzten ein 500 Meter breiter Schutzstreifen, ein etwa 10 Meter breiter Kontrollstreifen und schließlich der Grenzzaun bzw. die Grenzmauer (an Stellen mit häufigen Fluchtversuchen). Der Kontrollstreifen wurde auch als „Todesstreifen“ bezeichnet, da er zwischenzeitlich gar mit Minen und Selbstschussanlagen ausgestattet war.

Eine Grenze…
… viele Fluchtversuche

Bis zum Mauerfall verließen insgesamt ca. 3,8 Millionen Menschen die DDR – eine Großzahl hiervon beging Republikflucht. Gerade aus diesem Grund wurde die Grenze immer weiter verstärkt bzw. bewacht.

Schätzungen zufolge starben insgesamt über 300 Menschen beim Versuch, die Grenze zu überwinden.

Eine (ehemalige) Grenze …
…heute

Da der gesamte Bereich entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze über Jahrzehnte beinahe unberührt blieb, entwickelte sich hier ein gänzlich naturbelassener Lebensraum, der viele vom Aussterben bedrohte Pflanzen- und Tierarten beheimatet.

Dieser Bereich soll unter Naturschutz gestellt werden und wird als „Grünes Band“ bezeichnet.

Noch heute ist der ehemalige Grenzverlauf an vielen Stellen deutlich zu erkennen. Zudem sind Teile der Grenzbebauung wie ehemalige Wachtürme oder Mauerteile erhalten und bieten bis heute interessante Einblicke in die deutsche Vergangenheit.

 


Übersicht Etappe I der Grenzwanderung - Dreiländereck - Tettau 

Tagesetappe I Dreiländereck – Mödlareuth – 23,5 km
Mödlareuth wurde von den Amerikanern einst "little Berlin" genannt, da ab 1966 eine 3,40 hohe und 700 Meter lange Betonsperrmauer das Dorf teilte. Zuvor trennten bereits Metall- und Holzzäune seit 1949 Mödlareuth in zwei Hälften.


Tagesetappe II Mödlareuth – Blankenstein – 17,5 km
Blankenstein wurde 1392 erstmals urkundlich erwähnt, hat heute ca. 850 Einwohner liegt im Südosten Thüringens (Saale-Orla-Kreis) inmitten des südöstlichen Teils des Naturparks „Ostthüringer Schiefergebirge/Obere Saale“. Blankenstein ist zudem bekannt als Ausgangs- bzw. Endpunkt des 168,3 km langen „Rennsteigs“ als einer der bedeutendsten Europäischen Fernwanderwege.


Tagesetappe III Blankenstein (Harra) – Nordhalben 18 km


-Ruhetag-


Tagesetappe IV Nordhalben - Ludwigsstadt 18,9 km
Die Stadt Ludwigsstadt liegt im Tal der Loquitz, einem linken Nebenfluss der Saale. Ihre südliche Gemarkungsgrenze überspringt teilweise den Kamm des Gebirges, der hier die Wasserscheide zwischen Main/Rhein und Saale/Elbe bildet. Geographisch liegt die Großgemeinde Ludwigsstadt im Thüringisch-Fränkischen Schiefergebirge, touristisch im Naturpark Frankenwald in einer Höhenlage von 350m (Falkenstein) bis ca. 730m (bei Lauenhain)


Tagesetappe V Ludwigsstadt - Tettau 13,1 km


Insgesamt: ca. 91km