Arbeitskreise

Im Hinblick auf vielfältige Anforderungen an Leitung und Mitarbeiter/innen in der Heimerziehung bildeten wir Arbeitskreise, um gemeinsam die Arbeit mit den Kindern und Familien weiter zu entwickeln. Teilnehmerinnen/Teilnehmer sammelten aktuelle Informationen zu ihrem jeweiligen Thema und arbeiteten damit. Somit erhielten sie die Gelegenheit, durch die Mitarbeit aktiv gestaltend an der „Heimzukunft“ mitzuwirken.

Arbeitskreis Öffentlichkeitsarbeit

Nicht selten hören wir von Erstbesuchern unseres Heims Aussagen wie „Das hätte ich mir ja ganz anders vorgestellt.“ oder „Ach, es gibt gar keine Schlafsäle mehr?“. Falsche Vorstellungen und durch die Vergangenheit negativ gefärbte Einstellungen beherrschen oft noch das Denken vieler Menschen über ein Kinderheim und führen zu einer abwehrenden Haltung gegenüber Heimerziehung.

Dabei ist es für die bei uns lebenden Kinder, die nicht selten in ihrer Biographie ablehnende Erfahrungen gemacht haben, immens wichtig einen Stand in der Gesellschaft zu haben. Zusätzlich wird es in Zeiten knapper werdender Kassen immer bedeutender, dass Heimerziehung eine „Lobby“ in der Gesellschaft hat.

Aus diesem Grund wurde schon vor einigen Jahren der Arbeitskreis Öffentlichkeit im Kinderheim Pauline von Mallinckrodt gegründet, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Arbeit eines Kinderheims in der Öffentlichkeit vorzustellen und das Kinderheim in der Region immer wieder ins Gespräch zu bringen. Acht- bis zehnmal im Jahr treffen sich hierzu Mitarbeiter des Kinderheims, um verschiedene Projekte der Öffentlichkeitsarbeit zu planen.

Dabei ist es uns immer wieder wichtig, Menschen in unser Haus zu holen, um ihnen einen realistischen Eindruck von moderner Heimerziehung geben zu können. Zu den Projekten des Arbeitskreises aus den letzten Jahren zählt z.B. die 100-Jahr-Feier, der Duathlon oder das Wilde-Kerle-Fest. Außerdem verfasst der Arbeitskreis das zweimal im Jahr erscheinende Infoblättchen, das über Neuigkeiten und Geschehnisse im Kinderheim berichtet, und an alle Jugendämter, Wohltäter und Interessierte verschickt wird und er hält regen Kontakt zu Vertretern der regionalen Presse.

Arbeitskreis Qualitätsentwicklung

Im Jugendhilfegesetzt ist festgeschrieben, dass das Jugendamt und die Einrichtung eine Qualitätsentwicklungsvereinbarung abschließen. So bildete sich vor mehreren Jahren der Arbeitskreis Qualitätsentwicklung. Dieser befasst sich mit aktuellen Themen, mit wichtigen pädagogischen Grundsätzen, mit verbindlichen Qualitätsstandards und entwickelt Handlungsanleitungen für die pädagogische Alltagspraxis.

Das erstellte Mitarbeiterhandbuch ermöglicht jeder neuen Kollegin und jedem neuen Kollegen einen guten Einstieg in die Arbeit in unserem Kinderheim. Arbeitsaufträge waren u.a. auch die Entwicklung der Erziehungspläne und Hilfestellungen zur Biografiearbeit.

Ein Mitarbeiterfragebogen wurde entwickelt, der die persönliche Wahrnehmung und Beurteilung verschiedener Problemfelder im Arbeitsalltag fokussierte. Anhand der Ergebnisse werden Verbesserungsvorschläge diskutiert.

Zurzeit befasst sich der Arbeitskreis mit dem Thema Rechte und Beteiligung der Kinder und Jugendlichen in der Einrichtung.

Arbeitskreis Elternarbeit

Der Arbeitskreis Elternarbeit setzte sich zum Ziel, in der Einrichtung einen Boden für Familienarbeit zu bereiten. An diesem Arbeitskreis nimmt aus jeder Gruppe ein Erzieher teil. Im Laufe der letzten sechs Jahre entstanden verschiedene gruppenübergreifende Angebote für die Familien, die mittlerweile regelmäßig von 33–40 Personen wahrgenommen werden. Der Arbeitskreis arbeitet kontinuierlich daran die Vernetzung Heim-Familie enger zu gestalten, die Zusammenarbeit möglichst transparent zu machen und die Lebenswirklichkeit der Familien und wichtigen Bezugspersonen zu berücksichtigen.

 

Durch gegenseitige Information, Weiterbildung und Übernahme von Gesamtverantwortung werden sowohl die Kompetenzen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erweitert als auch Motivation und Einsatzbereitschaft gefördert.

Arbeitskreis Erlebnispädagogik

„Wir haben festgestellt, dass die Seele des Kindes, hat sie schon einmal einen Triumph erlebt, in einer Niederlage auf bisher unangetastete Reserven zurückgreifen kann.“
Kurt Hahn (Gründer der Erlebnispädagogik)

Triumphe sind zur Ausbildung eines gesunden Selbstwertgefühls von höchster Bedeutung und sie vermitteln einem Kind ein Gefühl davon, was es zu leisten fähig ist. Außerdem kann durch den Einsatz von Sport in pädagogisches Handeln Fairness, Kooperation, Leistungsbereitschaft, Beharrlichkeit, Willensstärke und Zielstrebigkeit gefördert werden. Das Erlernen dieser Eigenschaften werden in einer Gesellschaft, in der Wettbewerb und Leistungsgedanken so wichtig wie nie sind, immer erforderlicher. 

All dies erschien im Jahre 1996 Grund genug im Kinderheim Pauline von Mallinckrodt einen Arbeitskreis zu gründen, der sich hauptsächlich mit der Planung und Durchführung erlebnispädagogischer Projekte beschäftigt. Die jährliche Organisation des Adventure-Cups und des Abenteuerlands sind eine der Aufgaben dieses Arbeitskreises. Außerdem kümmert er sich um gruppenübergreifende Ferien- und Heimaktionen. Große Bedeutung hatte in der letzten Zeit die Durchführung verschiedener „Gut-Drauf-Aktionen“, bei denen die Integration von Bewegung, Ernährung und Entspannung im Vordergrund stehen.

Ein weiterer wichtiger Aufgabenbereich, der diesem Arbeitskreis zufällt, liegt in der Durchführung von erlebnispädagogischen Einzelmaßnahmen in akuten Krisensituationen. Das gemeinsame Tun zwischen Jugendlichem und Erzieher hat es schon oft möglich gemacht, einem, durch eine Krise wenig zugänglichen, vielleicht aggressiven oder verzweifelten Jugendlichen neue Wege und Problemlösestrategien zu vermitteln.