Grundlegende Orientierung

Kind mit ErzieherinUnser Heim trägt den Namen Pauline von Mallinckrodt . Dieser ist nicht nur Erinnerung an die Person der Ordensstifterin, sondern auch an ihr pädagogisches Wirken. Ihre Motivation und Grundhaltung haben nach wie vor für uns Bedeutung. Pauline von Mallinckrodt verstand es, den im 19. Jahrhundert durch die Industrialisierung benachteiligten jungen Menschen neue Lebens- und Hilfemöglichkeiten zu schaffen. Dabei setzte sie sich gegen viele Widerstände der „Obrigkeit“ unermüdlich für die Verbesserung der Lebensumstände der vernachlässigten Kinder ein und reagierte unmittelbar auf Not- und Missstände. Entschieden kämpfte sie um die Wahrung der Elternrechte und um die religiöse Erziehung, sowie für Bildungschancen der ihr Anvertrauten. War ein Kind in Not, half sie, ohne auf Glaubenszugehörigkeit zu achten. Für Pauline von Mallinckrodt war liebende, vorurteilslose Zuwendung zum Nächsten und insbesondere zu den Kindern Voraussetzung und tragende Mitte aller Erziehungsbemühungen. Ihre Arbeit war geprägt von der Überzeugung, daß jeder Mensch einmalig, von unendlichem Wert und von Gott bejaht ist, ganz gleich, ob er Leistungen zu erbringen vermag oder nicht.

Trotz des geschichtlichen Wandels behalten Pauline von Mallinckrodts christliche Grundhaltungen weiterhin Gültigkeit. Sie haben auch für unsere Arbeit nach wie vor Bedeutung, wobei heute weniger die materielle als vielmehr die emotionale Not der Kinder im Vordergrund steht.

So ist für uns ein Beziehungsaufbau wichtig, der durch die Achtung der individuellen Persönlichkeit des Kindes und seiner Familie geprägt ist. Er ist die Basis für einen Erziehungsprozess, der die vorhandenen Fähigkeiten des Kindes fördert und durch Zutrauen und Ermutigung das Selbstwertgefühl und den Willen zur Übernahme sozialer Verantwortung stärkt.

In diesem Prozess versuchen wir mit den Kindern einen Weg zu gehen, auf dem wir „Hand in Hand“ einander Sinn erschließen und Lebensfreude schenken.