Gruppenübergreifende Angebote für die Familien

Fußballturnier

FußballturnierWenn es darum geht den Heimalltag den Eltern transparenter zu machen und ihnen einen Platz zu geben heißt das auch Aktionen im Heim mit den Eltern gemeinsam zu gestalten. Der Arbeitskreis Elternarbeit entwickelte im Jahr 2000 die Idee ein Eltern-Kind-Erzieher Fußballturnier zu planen.

Am 27. Mai 2000 startete unser Vorhaben. Alle Voraussetzungen waren geschaffen: Viele TeilnehmerInnen, die Sonne schien, der Duft frisch gebackener Waffeln lockte, die Trikots waren gestärkt und die Stimmung …, die war wie im Fußballstadion! Es wurde gepfiffen, geschrieen und geklatscht. Die Kinder feuerten ihre Väter an und waren stolz wie Oskar, wenn Papa ein Tor schoss. Es war gar nicht wichtig ein besonders guter Fußballer zu sein, viel wichtiger war es an dem Geschehen teilzuhaben, z.B. am Rand zu sitzen und anzufeuern, den selbst-gebackenen Kuchen zu genießen oder einfach zu quatschen. Diese Aktion macht deutlich, wie wichtig es ist, neben den ganzen Schwierigkeiten, die ein Heimalltag mit sich bringt, Freiräume zu schaffen, die mit Spaß und Kreativität gefüllt sind.

Auch das beinhaltet für uns Elternarbeit!

Eltern nehmen am Gruppenalltag teil …

Im Heimalltag an sich ist es schon länger üblich, Eltern zu wichtigen Terminen mit zu nehmen, sei es Arzttermine, Schultermine etc., ein neuer Aspekt war es den direkten Gruppenalltag für die Eltern zu öffnen. Ein wichtiger Punkt hierbei ist die Schaffung eines klaren Rahmens und die Verbindlichkeit zwischen Eltern-Kind-Erzieher. Den Eltern wurde damit ermöglicht teilweise an dem Lebensalltag ihres Kindes teilzunehmen in einem geschützten Rahmen. Zielsetzung dieser neuen Herangehensweise sollte sein die Eltern in ihrer Erziehungsfähigkeit zu unterstützen und die Beziehung Eltern-Kind zu stärken. Eltern und Kinder können im gemeinsamen Tun neue Erfahrungen machen und durch einen Erzieher, in der Regel der Bezugserzieher, angeleitet, Verhaltensweisen überprüfen und modifizieren lernen. In einem Beispiel nutzte ein Mädchen, als die Mutter zum Besuchsnachmittag in die Gruppe kam, die Gelegenheit endlich die Fragen zu stellen, die sie schon lange beschäftigte. „Warum bin ich im Heim? Warum mein Bruder nicht? Warum hast du mich geschlagen?“ Dadurch, dass der Gruppenalltag transparent gemacht wird, kann ein neuer Dialog zwischen Eltern-Kind und Erzieher entstehen, es kann sich ein neues Verständnis und Wertschätzung entwickeln. Die Eltern lernen neue Regeln und Strukturen kennen und können diese an Besuchswochenenden ausprobieren. Die Eltern erleben die Erzieher in Bezug auf ihre Kinder und können sich etwas abschauen oder sich auch direkte Unterstützung in der Auseinandersetzung mit ihrem Kind holen. Oft ist es auch einfach nur gut einen Kaffee zu bekommen und einen Ansprechpartner zu haben. Ich halte es für einen sehr wichtigen Aspekt Atmosphäre und Strukturen selbst zu erleben, da man dadurch einen ganz anderen Zugang entwickelt, als wenn man diese in einem Beratungsgespräch vermittelt bekommt. Diese neue Methodik in der Elternarbeit ist noch sehr in den Kinderschuhen, wird noch sehr kritisch betrachtet und muss sicherlich noch weiter entwickelt werden und konzeptionell erarbeitet werden. Hierin liegt aber eine große Chance für eine positive Entwicklung des Kindes im Heim.

Bastel- und Spielnachmittage mit der gesamten Familie

BastelnachmittagZweimal jährlich, in der Regel im Frühjahr und im Herbst, bietet der Arbeitskreis Elternarbeit für alle Kinder mit ihren Familien und wichtigen Bezugspersonen einen Bastel- oder Spielnachmittag an. Ziel dieser Aktionen ist eine positive Interaktion zwischen Kind- und Bezugspersonen zu schaffen. Erzieher und Familie lernen sich in einem neuen Rahmen noch Mal anders kennen, im gemeinsamen Tun können neue Erfahrungen gemacht werden, die für den Alltag genutzt werden können.